Ein Auszug aus der Homepage des Tinnituszentrums St. Pölten
mit Genehmigung zur Veröffentlichung von HNO-FA. Dr. Schobel:

Zentrum für Tinnitus und Hyperakusis St.Pölten:
Dr. Hannes Schobel,
Grenzgasse 12/3, 3100 St.Pölten, Tel: 02742/35432215
e-mail: mailto:office@schobel.at ; Homepage: http://www.tinnituszentrum.at

Etwa 85% der uns aufsuchenden PatientInnen eignen sich für den Einsatz von Mikro-Hörgeräten. Meist sind sich die PatientInnen ihrer Hörminderung gar nicht bewusst, da die Schwerhörigkeit nur die Obertöne von Musik, Sprache und Geräuschen betrifft. Etwa 15% unserer PatientInnen, eignen sich nicht für die Therapie mit Hörgeräten. Etwa etwa 7-8% sind normalhörend und benötigen für die Tinnitustherapie einen Noiser, und etwa 7-8% haben eine massive Hyperakusis, und benötigen daher auch zunächst einen Noiser oder ein Kombinationsgerät.

Bei Einsatz von Hörgeräten sind 2 Effekte zu unterscheiden: ein Soforteffekt und ein Langzeiteffekt.

Vom Soforteffekt kann sich jeder Patient bereits bei einem Besuch in der Ordination mit vorprogrammierten Geräten überzeugen. Bereits wenige Sekunden (!!!) nach dem Einsetzen ist der Tinnitus wesentlich leiser oder wird gar nicht mehr gehört. Die eigentliche Probezeit findet dann mit exakt für den Patienten programmierten Hörgeräten im Hörstudio statt.

Als Langzeiteffekt nach Wochen bis Monaten bleibt das Ohrgeräusch auch nach dem Herausnehmen der Geräte bei fast allen Patienten wesentlich leiser, bzw. wird von den PatientInnen nicht mehr als belastend empfunden. Das ist eine erstunliche Tatsache, die den Beweis dafür liefert, dass mit Hörgeräten genauso ein echtes "Retraining" erreicht werden kann wie mit einem Noiser.

Wir verwenden heute zu 95% Hörgeräte und nur mehr zu 5% Noiser.

Erfolgsaussichten bei chronischem Tinnitus:
nach einem Jahr Tragezeit der Hörgeräte ist der Leidensdruck des Tinnitus massiv reduziert. Diesen Leidensdruck kann nur der Patient selber angeben. Wir bitten unsere Patienten, diesem Leidensdruck auf einer 10-teiligen Skala einzuschätzen.

0 Punkte auf dieser Skala bedeutet absolut kein Tinnitus oder Tinnitus ohne jeden Leidensdruck, 1-2 Punkte eine ganz geringe und 3 Punkte eine geringe aber noch gut "aushaltbare" Beeinträchtigung (Fachausdruck: kompensierter Tinnitus) . 4 Punkte bedeuten einen gering-mäßigen Leidensdruck, 5 Punkte einen mittleren Leidensdruck, 6 Punkte mittel-höherer Leidensdruck, 7 Punkte bedeuten hoher Leidendruck, 8 punkte sehr hoher Leidensdruck, 9 Punkte extrem hoch und 10 Punkte bedeuten unaushaltbar hoher Leidensdruck mit Suizidgedanken.

Patienten, die vor Therapiebeginn ihren persönlichen Leidensdruck auf 6-7 Punkte einschätzen, erreichen nach einem Jahr im Schnitt 2-3 Punkte, das heißt, sie sind in einem gut aushaltbaren kompensierten Bereich. Das bedeutet keine "Heilung", die bei einem chronischen Leiden definitionsgemäß nicht möglich ist, aber eine massive Abnahme des Leidensdruckes um etwa 2 Drittel bzw. die Überführung eines dekompensierten in einen kompensierten Tinnitus.


Nähere Informationen siehe: http://www.tinnituszentrum.at

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Letzte Änderung am Donnerstag, 21. September 2017 um 20:27:20 Uhr.

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